Neurologische Schäden bei Früh- und Neugeborenen
Neugeborene reagieren besonders empfindlich auf Schädigungen des Gehirns. Bei Frühgeborenen ist dieses Risiko noch deutlich erhöht, da das Gehirn eines Frühgeborenen wesentlich empfindlicher ist als das eines reif geborenen Kindes.
Eine Hirnschädigung kann beispielsweise durch Sauerstoffmangel oder durch Raumforderungen im Gehirn entstehen, etwa infolge einer Hirnblutung.
Auf einer pädiatrischen Intensivstation kann es beispielsweise im Rahmen einer spontanen Extubation bei intubierten Kindern zu einer Sauerstoffunterversorgung kommen. Ursache ist häufig eine unzureichende Fixierung des Tubus, sodass dieser durch Bewegungen des Kindes verrutschen kann.
Medizinischer Standard ist es daher, genau zu dokumentieren, wie tief ein Tubus eingeführt wurde und wie er fixiert ist. Außerdem muss in jeder Schicht überprüft und dokumentiert werden, ob die Fixierung weiterhin sicher ist.
Kommt es zu einer Extubation, muss die Klinik organisatorisch sicherstellen, dass innerhalb kürzester Zeit ein erfahrener Arzt zur Verfügung steht, der die Ursache der Atemstörung klärt und gegebenenfalls eine erneute Intubation durchführt.
Auch eine Überbeatmung mit der Folge einer Hypokapnie kann zu schweren neurologischen Schäden führen.
Bereits relativ geringe Formen der Sauerstoff- oder Nährstoffunterversorgung, etwa eine Unterzuckerung, können beim unreifen Gehirn eine Minderdurchblutung verursachen und dadurch zu dauerhaften Schäden führen.