Anwälte besprechen medizinische Krankheitsbilder bei Arzthaftungsfällen

Arzthaftung
Medizinische Krankheitsbilder

Bakterielle oder virale Meningitis (Hirnhautentzündung)

Die Diagnose einer Meningitis ist in der kinderärztlichen Praxis schwierig und stellt eine besondere Herausforderung dar.

Gerade bei kleinen Säuglingen kann sich der Gesundheitszustand innerhalb kürzester Zeit dramatisch verschlechtern. Deshalb müssen Symptome konsequent abgeklärt und Eltern entsprechend sensibilisiert werden.

Typische Symptome wie Nackensteifigkeit treten bei kleinen Säuglingen häufig nicht auf. Eine fehlende Nackensteifigkeit schließt eine Meningitis daher keinesfalls aus.

Erste Hinweise können beispielsweise Fieber, Berührungsempfindlichkeit oder ein schrilles und ungewöhnlich spitzes Schreien sein. Besteht ein entsprechender Verdacht, sind umfassende diagnostische Maßnahmen erforderlich. Im Zweifel sollte eine sofortige Überweisung in eine Kinderklinik erfolgen.

Hypoglykämie

Die Hypoglykämie bezeichnet eine Unterzuckerung bei Neugeborenen oder Säuglingen.

Ein erhöhtes Risiko besteht insbesondere bei Kindern mit einem Geburtsgewicht unterhalb der sogenannten zehnten Perzentile. In diesen Fällen spricht man von einer Hypotrophie.

Bei einer asymmetrischen Wachstumsverzögerung kommt es häufig dazu, dass das Körpergewicht des Kindes geringer ist als es dem Schwangerschaftsalter entsprechen würde, während Körperlänge und Kopfumfang relativ normal entwickelt sind. Solche Kinder haben ein erhöhtes Risiko für eine Unterzuckerung.

Typische Symptome einer Hypoglykämie sind Zittrigkeit, Apathie, Trinkschwäche, Muskelhypotonie, Krampfanfälle oder Koma.

Besonders gefährlich sind jedoch asymptomatische Hypoglykämien, da sie ohne erkennbare Warnzeichen verlaufen können und dennoch zu dauerhaften Hirnschäden führen können.

Shunt-Versorgung

Kinder und auch Erwachsene mit einem Hydrozephalus, umgangssprachlich „Wasserkopf", benötigen häufig ein sogenanntes Shunt-System zur Ableitung von Hirnwasser.

Dabei wird eine Leitung von der Hirnkammer in den Bauchraum gelegt, sodass überschüssige Flüssigkeit über den Bauchraum abgeleitet werden kann.

Zu den häufigsten Komplikationen gehört eine Verstopfung des Shunt-Systems. Diese kann sowohl den Ventrikelkatheter im Gehirn als auch den Bauchkatheter betreffen. Ursachen sind häufig Fibrin, Gewebeanteile oder Blutgerinnsel.

Die Folge ist eine sogenannte Unterdrainage, bei der der Hirndruck ansteigt.

Auch eine Unterbrechung des Shunt-Systems kann auftreten, insbesondere bei wachsenden Kindern. In bildgebenden Verfahren lassen sich solche Komplikationen in der Regel gut erkennen.

Infektionen des Shunt-Systems treten bei etwa drei bis fünfzehn Prozent der Patienten auf. Auch eine Überdrainage gehört zu den möglichen Komplikationen.

Entscheidend ist in allen Fällen die frühzeitige Erkennung typischer Symptome wie Schläfrigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder sogenannte Sonnenuntergangsphänomene. Gerade bei Kleinkindern müssen solche Symptome rasch abgeklärt werden, da ansonsten irreversible neurologische Schäden durch erhöhten Hirndruck entstehen können.

Nachblutung nach Mandeloperation

Nach einer Entfernung der Gaumenmandeln kommt es in etwa ein bis vier Prozent der Fälle zu Nachblutungen.

Wenn keine entzündungsbedingte Mandelvergrößerung vorliegt, kann häufig auch eine Teilentfernung der Mandeln, die sogenannte Tonsillotomie, durchgeführt werden. Dieses Verfahren ist mit einem geringeren Risiko für postoperative Komplikationen verbunden.

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